Die rote Kiste

Maria und Georg waren beim Zoll um die rote Kiste zu holen.

Der Tag der Roten Kiste. Georg und Maria waren ab 4:45 Uhr unterwegs nach Managua um die Rote Kiste aus dem Zoll zu holen. Es soll einen Expressbus direkt zum Flughafen geben. Im Prinzip ist es ein normaler Bus, der an jeder Einmündung hält. Mit der aufgehenden Sonne ging es dann in drei Stunden nach Managua zum Mercado, nicht zum Flughafen. Wir nahmen ein Taxi um zum Abogado (Rechtsanwalt) zu fahren, der die original Zollpapiere hatte. Mit diesen ging es mit einem anderen Taxi zum Flughafen zu American Airlines. Dort bekamen wir problemlos das Papier, welches besagt, dass jetzt Georg, anstelle von Richard die Kiste aus dem Zoll holen darf. Weiter ging es zum Zoll in der Hoffnung, die Ablaufgeschwindigkeit bleibt, aber denkste! Hinten anstellen in der fila (Reihe) nach 30 Minuten Stillstand konnten Georg und Maria hinein. Jetzt ging es von Schalter zu Schalter von Stempel zu Unterschrift und vor allem wieder zurück. Es schien als ob jeder jeden kontrollieren muss und wieder zurück. Ein unglaublicher Papierwust entstand, alles mit dreifachem Durchschlag. Etwa fünfmal mussten sie die Pässe kopieren, auch wenn es Durchschläge gab. Maria und Georg fuhren die Variante: Ich bin der blöde Chele (Weiße), der kein Spanisch spricht und Maria ist meine Übersetzerin; durch diesen Trick konnten wir beide in das Zollgelände gehen. Einige Tage vorher gab es die Variante: Maria ist Botschaftsangehörige – funktionierte auch sehr gut, um direkt zum Chef der Zollabteilung zu gelangen.

Nach drei Stunden, um kurz vor 12 Uhr gelang es, die Rote Kiste zu finden und Georg durfte, diesmal allein, in den geheiligten Bereich, um den Inhalt der Kiste zu inspizieren. Alles war noch original verpackt. Die Schlösser mussten aufgebrochen werden. Sofort kamen auch alle Zollbeamten zusammen, weil sie so etwas noch nicht gesehen hatten. Wie schon 2005 musste Georg erst einmal mit den Keulen jonglieren und danach jedes Requisit erklären. Georg erklärte in kurzen Zügen das Projekt SOMOS. Ein Zöllner bemerkte mit glänzenden Augen: „Warum bin ich schon so alt, und darf nicht in Corinto wohnen“.

Georg dachte schon es wäre alles geregelt – aber nein. Es dauerte noch einmal 3 ½ Stunden, bis die beiden nach endlosem Warten, erneut reichlich Stempeln und Unterschriften und der Zahlung von über 14.000 Cordobas (ca 400 Dollar) die Kiste in Empfang nehmen konnten. Dank eines Kontakts von Ernst (Marias Mann) am Flughafen und eines kurzen Telefonats, bekamen Georg und Maria einen Camioneta (kleiner Lastwagen), der sie gemeinsam mit der Kiste zum Mercado brachte. Dort wartete bereits der Bus vom Vormittag, der sie nach Corinto zurück brachte. Bis direkt vor die Kirche – unserer Unterkunft. Mit großem „Hallo“ luden alle gemeinsam die Kiste ab und genießten das Abendessen.

Etwa 30 Minuten später konnten wir die Kiste an unsere Freunde vom Circo Colorinto übergeben. Alle Colorintos und einige Eltern sind zu einer Reunion ( Besprechung) gekommen.

Saludos de Donjorgito
(Georg)

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