1. Training im CCCM

Erst war Arbeiten angesagt und dann kam das Training.

Keiner läuft und fast alle schlafen noch den Schlaf der Gerechten, die Sonne geht auf und es scheint ein perfekter Eröffnungstag zu werden. Bienvenido zur Eröffnung des CCCM heute in Corinto.

Gestern waren wir früh dran. Ohne Frühstück standen wir um 7.00 Uhr auf dem Gelände des CCCM um mit Spaten, Rechen, Machete und vor allem den Händen, letzte Hand an die Reinigung des Geländes zu legen. Auch die Colorintos trudelten ein und so legten wir vor allem einen kleinen, von Lavasteinen umsäumten Weg frei und versahen ihn mit weiteren Lavastein, dies war eine Arbeit für Adam, da er so einen Teil seines morgentlichen Trainings absolvieren konnte. Als ich mit Adam etwa 1km im Triciclo gefahren war, kam Arne angerannt, stoppte das Triciclo und wechselte mit Adam den Platz, der Arne nicht nur die Fahrt bezahlen musste, sondern den Rest der Strecke zu Fuß absolvierte. Die gymnastische Vorbereitung von Adam auf den Schulbeginn in Berlin darf natürlich nicht unterbrochen werden.

Mit ansteigendem Sonnenstand fiel es einigen doch schwer, in gebückter Haltung das wuchernde Grün aus dem Boden zu reißen. Elmar und ich fühlten uns gleich an die alten Zeiten auf dem Bauernhof (er am Niederrhein und ich in den 50er Jahren im Sauerland, Christiane kannte das auch noch von den umfangreichen Gartenarbeiten in Mettmann) erinnert. Den wunderbaren Ausspruch „esta somrandose“ (er schattet sich), bekam Luis von einer Colorinto-Artistin verabreicht, da Luis sich überwiegend an einer Mauer im Schatten aufhielt. Nach etwas mehr als 1 ½ Stunden war die Arbeit erledigt und wir reisten zurück zum Frühstück und zur Dusche. Arne hatte sich schon 30 Minuten vorher verabschiedet, da er mit unserem OB zu einer Reise durch die Mangroven aufbrechen wollte. Seine intensiven Vorbereitungen in Sachen Mangroven stellten sich allerdings als etwas übertrieben heraus, da die Schifffahrt mit dem OB  eher einen etwas „touristischen touch“ hatte. Aber, so versicherte er uns beim Abendessen, die „heiklen“ Fragen kamen von ihm (da konnte er mal den Geographielehrer „raushängen lassen“).

Wie häufig bei solchen Arbeitseinsätzen war die Beurteilung der eigenen Arbeitsleistung recht unterschiedlich. Kriterium war dann schon mal, dass man, wenn man sich 10mal gebückt hat, richtig viel gearbeitet hatte. Dass es auf die Gesamtleistung ankommt, rückt dann schon mal in den Hintergrund. Vielleicht war es einfach noch zu früh, um sich überhaupt zu bewegen.

Bruno hatte noch einen Sondereinsatz, auf dem ihn Furkan begleitete. Übersetzung für Frau Bartscherer bei einem Besuch in einer „Tafel-Einrichtung“ für Kinder, die nichts zu essen bekommen. Ich hoffe, Bruno schreibt einen kleinen Bericht über diesen offensichtlich sehr einprägsamen Besuch, er berichtete, dass er mit den Tränen gekämpft habe, beim Anblick dieser Einrichtung.

Am frühen Nachmittag holte uns Henry Lopez ab. Alle Requisiten, die wir für die Eröffnungsshow benötigen, verstauten wir in seinem Triciclo, ein imposantes Bild. Das erste richtige Training im neuen CCCM war schon ein bewegendes Gefühl für mich. Ich hatte noch das Bild von unserer Pyramidenakrobatik aus dem Jahre 2010 vor meinen Augen und jetzt bauten wir hier die Pyramiden im neuen Circus auf. Wir bekamen auch einen Eindruck, wie es zur Eröffnung sein würde mit der Sonneneinstrahlung. Wegen des frühen Rückreisetermins des OB müssen wir am Nachmittag spielen, d.h. die Sonne steht voll auf unseren Gesichtern. „Rinnen wird der Schweiß, soll das Werk den Meister loben“. Zwischendurch wurden noch die restlichen Malerarbeiten erledigt und präsentierte sich ein buntes Bild auf der „Baustelle Circus“.

Kaum zurück stand auch schon die Vorbereitung für den feierlichen Festakt  zum 25-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft auf dem großen Festplatz der „Heroes y Martires“ (Helden und Märtyrer) auf dem Programm. Der Festakt bestand aus Reden, Tänzen, einem Gedicht, etwas Livemusik und einem finalen Abschluss mit Feuerwerk der besonderen Art. Unser OB hielt erneut eine Rede aus dem Stehgreif, welche zum Abschluss des offiziellen Teils, durchaus begeistern konnte, da er zum Abschluss, die Menschen aufforderte, zu tanzen. Frau Pulheim und er, aber insbesondere Kalle gingen mit gutem Beispiel voran und so klang der offizielle Teil mit bester Laune aus. Es folgten 25 unglaubliche Böller und Alcalde Absalon hatte richtig Spaß, dass es ihm offensichtlich gelungen war, ein grandioses Fest zu präsentieren, welches seinen Besuch in Köln im Frühjahr diesen Jahres deutlich in den Schatten stellte. Als eigentlich schon alles vorbei war, folgten noch zwei circensische highlights. Zunächst begeisterten Adjani und Furkan mit ihren Devil Sticks und danach folgte eine gigantische Feuershow, die von Arne inszeniert, 4 ½ Minuten lang alle möglichen Varianten der Feuerjonglage auf die Bühne brachte, natürlich auch in einer gemischten Formation. Ein würdiger Abschluss eines tollen Festaktes. Dass die Deutsche Nationalhymne in der sehr alten Version mit den drei ersten Strophen (.. über alles in der Welt) abgespielt wurde war zwar etwas peinlich, aber ich habe einfach den Original-Text jeweils drüber gesungen.

Im Anschluss luden die beiden alcaldes aus El Realejo und Corinto, die Delegationsleitunr noch zu einem Toña (Bier) mit Essen in das Espigon ein, welches wahrscheinlich in 10 Jahren vom Meer verschlungen sein wird. Auch hier zeigte sich die großzügige Gastfreundschaft.

Alles was ich bisher vom Besuch des OB hier mitbekommen habe, zeigt mir, dass diese Städtepartnerschaft noch eine längere Zukunft vor sich hat, denn alle fühlen sich zu jedem Zeitpunkt sehr froh und es hat den Anschein, dass der Besuch auch allen Interessen gerecht wird. Kann man mehr verlangen? Ich glaube nicht.

Hasta prontito
Don jorgito

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