Ein besonderer Tag in Managua

Heute war ein ganz besonderer Tag für uns.

Nach dem grandiosen Auftritt fiel der Schlaf umso leichter, nur Bruno erwischte es heftig. Allein sein linker Arm zählte 50 Einstiche. Das einzig beruhigende daran: Auch bei Südeuropäern kennen die Mücken kein Pardon. Seine gute Laune litt nicht unter den Stichen, das beruhigt uns. Sorry Bruno, wir leiden mit.

Um 7:30 Uhr, zum Schulbeginn wurden wir zu einem „Acto“ (kleine Veranstaltung) unter die Palmen vor dem Hauptgebäude gebeten. Dort hatten sich alle SchülerInnen der Deutschen Schule versammelt und Direktor Marc Bock überreichte uns in einer kleinen Feier ein Diplom für unseren Auftritt und über 8.000 Cordobas (fast 300 Dollar), welche über den Eintritt zu den Veranstaltungen eingenommen wurden. Der Applaus bestätigte alle für eine tolle Leistung. Wann immer in den nächsten Jahren jemand die Zauberworte Colorinto oder Radelito in der Schule ausspricht, findet er offene Türen, so die Worte des Direktors. Wir haben offensichtlich eine exzellente Visitenkarte hinterlassen.

Die Sporthalle versetzten wir wieder in den Zustand wie vorher und „chillten“ noch etwas auf dem Gelände herum. Arne probierte noch einige Tricks auf dem etwas abschüssigen Gelände mit seinem Einrad und löste einen ungeahnten Ansturm, vor allem der jüngeren SchülerInnen auf Autogramme aus. Arne und kurz darauf fast alle anderen mussten ohne Ende Autogramme geben. Eine weitere Bestätigung für die tollen Leistungen.

Miguel war pünktlich mit dem Bus in der Schule und wir fuhren nach El Cruzero “Las Brisas“ (Tipp von Uli aus dem Sekretariat), dies ist ein Berg von 938m Höhe in der Nähe mit einem wunderbaren Blick über Managua (an schönen Tagen –aber nicht heute- mit Blick bis zum Pazifik). Auf dem abschüssigen Gelände rutschte Bryan aus und verletzt sich leicht an der Hand, aber Dr. Deglis (er studiert Medizin) kriegt das unter Mithilfe von Elisa und Christiane wieder hin. Arne stürzte sich derweil mit dem Einrad das 30% Gefälle hinunter und einige Nicas verschwanden im Dschungel auf der Suche nach einem Fluss.

Nach diesem sehr erfrischenden Zwischenstopp fuhren wir zügig zurück nach Corinto. Mama Carmen und Papa Leonardo erwarteten schon sehnsüchtig ihren kleinen Jarid.

Am Abend trafen wir uns noch mit unserem alten Gastgeber Padre Alejandro in der Eckkneipe. Was er uns über seine neue Pfarrei erzählte war unglaublich. Vom „ruhigen“ gesetzten Corinto hat es ihn nach Somotillo verschlagen. Auf fast 2000km² gibt es 43 Pfarreien, die Menschen dort haben kein Wasser, wohnen in Lehmhütten, er selber hat nichts, fängt also komplett bei Null an. Mir fiel als Vergleich nur ein, dass man sich vorstellen sollte, wenn jemand aus der heutigen Zeit in die 50er Jahre zurückgebeamt würde und mit allem aber im Prinzip heute lebt.

Ich bewundere seine Einstellung, war aber zu müde um eine umfassende Diskussion zu führen. Nach einer Einladung zur Inauguration des CCCM fiel ich todmüde ins Bett.

Saludos de
Don Jorgito
(Georg) 

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